Das Ganze mal abstrakt.

Das Ganze.

Wer wieviel?

Wer will wieviel?

Welche Anteile sind fair?

Produzieren und Zerstören?

Bestehendes verschenken, tauschen, nehmen/verteidigen/erobern?

Anteile: Fair Genug versus So viel wie möglich? Und Fair verteilt dazwischen?

Wer entscheidet legitim: Jeder einzelne? Eine Teilgruppe? Alle zusammen?

Wie entscheidet man legitim: Per Mehrheit oder per Konsens? Gewichtet nach Wissen oder Geld?

Wie berücksichtigt man natürliche oder historisch gewachsene Vorteile?

Zum Produzieren braucht man Kapital, Arbeit und Boden (also Rohstoffe und Produktionsorte).

Strebt man genug für alle oder nur für sich und die, die einen sonst noch wichtig sind oder die man braucht an? Und berücksichtigt man, dass man diejenigen deren Wünsche man nicht hinreichend berücksichtigt hinreichend unter Kontrolle halten können muss?

Also grob gesagt geht es im großen Ganzen um Vergrößern/Verkleinern des Gesamtbestands. Und um Verteilung.

Will man mehr durch mehr Gesamtbestand und davon einen Anteil?
Oder will man mehr durch Aneignen der Anteile am Bestehenden von andern?
Ab wann ist letzteres verwerflich? Und bis wohin vernünftig und nachhaltig? Bis zum fair-nötigen? Bis zum Fairen? Unbegrenzt?

Berücksichtigt (Regulativ, Verteilend, Priorisierend) man bei seinem Handeln Soziale, Ökologische, Sicherheits- und Zukunftsorientierte (SÖSZ) Gesichtspunkte hinreichend?

Und was versteht man unter Sozial? Das Streben nach Fairness? Nach Gerechtigkeit? Und wie geht man dabei vor? Mit universell moralischem Selbstanspruch (UMSA)?

Wissen hinreichend viele was kulturelle Hegemonieprojekte sind? Und dass man als dritter meist profitiert wenn 2 sich streiten? Und das Freiheit auch frei von Zukunft bedeuten kann.

Das ist wohl das abstrakte Framework um die Fragen: 1. Wie ist es aktuell? 2. Wie sollte es sein? 3. Wie kommt man dort hin/bleibt man dort? beantworten zu können.

1. Wie ist es aktuell?
Wie ist der aktuelle Bestand? Wem gehört was?
1.1 Anteilsveränderung: Wer könnte durch Macht umverteilen, wenn er wollte? Wer will Veränderung und warum? Wer nicht und warum?
1.2 Bestandsveränderung: Wie sieht es mit den Produktionsmöglichkeiten und dem Produktionswillen aus? Wer will was Produziert/Verändert/Zerstört haben? Wie ist die Verteilung der Kaufkraft? Wer besitzt die Produktionsmittel? Wer die Rohstoffe? Wer die Produktionsstandorte? Wie sieht es mit der Bereitschaft zu Arbeiten aus? Für was will man arbeiten? Welche Arbeitsanreize hat wer zur Verfügung? Wenn man all das berücksichtigt, welche Bestandsveränderung ist dann zu erwarten? Und wen betrifft diese Veränderung, also wer hat mehr oder weniger auf Grund dieser Gesamtmengenänderung.

2. Wie sollte es sein?
Welchen Gesamtbestand möchte man eigentlich? Und welche Verteilung? Wie geht man bei dieser Bestimmung wie es sein sollte vor? Mit universell moralischem Selbstanspruch? Genug für Alle als Ziel und/oder nur Vorteile für sich selbst? Und geht man nachhaltig planend vor? Oder glaubt man, dass es sich schon irgendwie automatisch fügen wird? Hat man seine Emotionen unter Kontrolle oder lässt man sich einfach gehen?

3. Wie kommt man dort hin/bleibt man dort?
Wer will eigentlich was? Und wie? Welche Möglichkeiten gibt es? Welche Chancen und Risiken?

Also mein Fokus liegt auf „fair nachhaltig Genug für alle“. Das schließt mich natürlich ein. Und mein nachhaltig Genug wird von mir in meinem persönlichen Handeln fair, im Idealfall fair-hinreichend, priorisiert.

„Fair nachhaltig Genug“ heißt, dass man nicht nur schaut, dass aktuell genug da ist. Sondern auch in Zukunft noch. Und dass man dabei fair-hinreichend vorgeht. Genug ist nicht das gleiche wie Fair. Man braucht nicht unbedingt fair viel um gut zu leben oder überhaupt zu leben. Aber auf jeden Fall Genug. Und das gilt erstmal nur für das hier und jetzt. Man sollte schon schauen, dass man so handelt, dass man auch zukünftig noch fair-genug hat.

„Nachhaltig fair genug“ kann sich schon durch den Faktor „Alter“ niemand alleine garantiert sichern.

Dafür braucht man andere. Zumindest bis alles hinreichend automatisiert ist.

Und andere zu brauchen macht abhängig. Vor allem wenn man ihre zukünftige Arbeitsleistung braucht. Bestehendes kann man sich aneignen, wenn man mächtig genug ist. Gut, im Alter wird das nicht leichter. 🙂 Aber Arbeit muss halt erbracht werden. Und alles an Arbeit was noch nicht automatisiert wurde und für das man keine Tiere einsetzen kann hängt an Menschen.

Und die müssen halt wollen. Problematisch wird es wenn sie nicht wollen. Dann gibt es die berühmten Optionen Zuckerbrot und/oder Peitsche.

Also für nachhaltig fair genug, muss man sich wenn man auf alle Fälle vorbereitet sein will, und nicht nur auf den Fall, dass immer hinreichend viele wollen, hoffen will, mit diesen beiden Optionen klar kommen. Oder man findet es generell unfair Leute zum Arbeiten bringen zu wollen, wenn sie nicht wollen. Kann man so sehen, entspricht aber nicht meiner (aktuellen) Moral mit universell moralischem Selbstanspruch. Dann stellt sich noch die Frage wie weit man gehen will um Leute zum Arbeiten zu bringen. Wohlgemerkt geht es hier um Arbeit für das nötige. Die Ampel-Regierung (hoffentlich auf Druck der FDP und in zu großem Umfang von der Opposition) sanktioniert ja bei Ablehnen von zumutbarer Arbeit allgemein. Und nicht nur bei Arbeit für das nachhaltige faire genug. Nicht mal nur für den fairen Anteil. Sondern ohne Unterschied für jede zumutbare Nachfrage. Da geht es eh nur um möglichst viel Vermeidung demokratischer Umverteilung. Wird halt (wohl) von „StandTogether“ und Co(ch). finanziert.

Aber nichts desto trotz muss auch nötige Arbeit erbracht werden. Deshalb gehört zu nachhaltig fair genug auch genug Tauschmasse zu haben, um den nicht direkt Willigen was anbieten zu können. Das musste denen natürlich vorher noch fehlen. Also fair-gleich muss die Arbeitsfähigkeit und den Arbeitswillen mit berücksichtigen. Die „Peitsche“-Option sollte man zumindest faktisch fair im Hinterkopf behalten. Und fair heißt faire Verteilung von Arbeit. Das darf nicht nur die betreffen die sonst gerade keinen Job haben, wieso auch immer. Sondern auch diejenigen die was arbeiten, was man zum nachhaltigen Genug gerade nicht benötigt. Die muss man dann zum Wechseln bewegen. Aber an sowas denkt die Ampel ja nicht. Lieber auf kleine Gruppen stürzen, die sozial gerade schlechter dastehen als die Mehrheit und Unterstützung brauchen. Staatsverteilungsphobisch ala „StandTogether“ halt. So sollte das nicht sein. Arbeit muss fair verteilt sein. Und vor allem mit Blick auf das fair genug auch priorisierend gestaltet werden. Also man muss auch Leute die einen Job haben in einen andern „delegieren“/locken können und wollen, wenn der gerade gemacht werden muss. Und ein hinreichend-fairer Gefahrenausgleich ist auch wichtig. Aber vielleicht ist das tatsächlich nicht mehrheitsfähig. Aber fair-nachhaltig-genug muss eben irgendwann auch mal eine Grenze für die Freiheit der Mehrheit sein. Lieber sollte man die Demokratie (im Sinne von reiner Mehrheitswahl, Ochlokratie aus meiner UMSA-Sicht) opfern als fair nachhaltig Genug (für alle).

Also Arbeit beim Produzieren für nachhaltig Fair Genug ist nicht unbedingt ein Selbstläufer.

Genauso wenig wie Kapital für nachhaltig fair genug.

Oder Boden. Als Rohstoff. Oder Standort.

Damit wären wir dann wieder beim deutschen Außenbeitrag. Also dem was das Außen an „uns“ (durch die fehlende interne Verteilung ist das uns, schon sehr begrenzt und sehr „freiwillig“) dafür bezahlt, dass sie die Grenzen zu uns offen halten und unsere Standorte nicht erobern.

Ist halt schon die Frage, ob es so vernünftig ist, andere für etwas das man schon für sein nachhaltig Genug braucht auch noch „bezahlen“ zu lassen. Zumal wenn Teile des Außen langsam die Mehrheit im inneren bekommen. Vorher nochmal weiter unfair und Existenz-bedrohend (mehr Corona Tote in Italien zum Beispiel) hinlangen über den Außenbeitrag? Das es unfair ist, ist durch die Lage zwischen Arm und Reich und die reine Größe unseres Landes offensichtlich. Unfair bis zum sicheren Macht-Verlust. Ist nochmal die Farce von Pickelhauben-Preußischer Verteitigungsaneignungsversuchen im 1.Weltkrieg und dem Vernichtungs-rassistischen Eroberungsuntaten im 2.Weltkrieg. Also da hatten wir das Erobern nicht fair auf das fair nötige begrenzt (auch wenn Dellbrück und Co. das in WW1 vielleicht wollten, aber die eigene Rechte hätte man nach einer kompletten Niederwerfung des Außen kaum aufhalten können). Und seit 2002 haben wir das Tauschen zur „mehr als fair“- Anteilsjagt mit unfairem Standort-Vorteil, wenn auch vielleicht unabsichtlich, seit 2017 dann aber grob fahrlässig, missbraucht. Und das Schenken ist ja beim Ukraine-Russland Krieg ein zentrales Thema. Dadurch dass wir Russland da nicht zugestehen, ihren Militärhafen, Landbrücke dorthin und fair Land für die die aus der Ukraine91 nach Russland wollen, zur Not auch militärisch herbeisichern zu können, haben wir’s auch noch beim Thema Schenken verhunzt. Wobei man die Kern-Ukraine ohne diese Schenkungen eigentlich auch noch viel mehr hinreichend auch militärisch unterstützen könnte und sollte.

Also wir müssten als Deutschland und auch als EU und Nato, unser fair nachhaltiges Genug in den Fokus ziehen und auch das der andern. Und auf keinen Fall über faire Anteile hinaus anhäufen/behalten. Weder durch Erobern/Verteidigen noch durch Tauschen und auch nicht durch Schenken.

Exportweltmeister Deutschlands Unterstützung für andere (EU-) Staaten in den bisherigen Krisen dieses Jahrtausends

Etwas das man häufig hört, wenn man anmahnt Deutschland sollte mal wieder zu seinem politischen Magisches Viereck Ziel Außenwirtschaftliches Gleichgewicht zurückkehren ist ja das wir während der Krisen seitdem wir wieder einen positiven Außenbeitrag, also wir profitieren, aufweisen überdurchschnittlich viel freiwillig unterstützt hätten. Und das wir ja einen übergroßen finanziellen Beitrag für die EU leisten würden.

Nun, letzterer wird, wenn man dem Wikipedia Artikel glauben schenkt, ja nicht im Außenbeitrag berücksichtig.

Der Außenbeitrag für Deutschland ist seit 2009 ständig meist als 3-stelliger Milliarden Beitrag im Plus:

Deutschland ignoriert also zumindest seitdem sein eigenes Stabilitätsgesetz, welches auch hier eine schwarze Null als nötig ansieht und macht entweder die Arbeit anderer oder es spart auf Kosten anderer. Da hatte sich auch Herr Finanzminister Schäuble nie dran gestört, vielleicht hatte er als Halb-Jurist auch die Zusammenhänge erst noch nicht richtig verstanden und dann vor lauter Krise keine Zeit mehr das nachzuholen gehabt. Jetzt hat er aber ja mehr Zeit, da könnte er mal drüber nachdenken, ob man als Konservativer, als welcher er sich ja auch sieht, nicht vielleicht mehr drauf achten sollte, sich an die Gesetzlichen Ziele zu halten und es mit dem kurzfristigen Profit nicht zu übertreiben.

Interessant ist auch, dass laut Wikipedia fast sämtliche gängigen Handlungsmöglichkeiten eines Staates um gegen solch einen Überschuss vorzugehen nicht mehr zur Verfügung stehen. Aufwerten, auch automatisch durch flexible Währungskurse, geht wegen des Euros nicht mehr. Da rufen dann als Ausrede einige gleich wieder, dass wir den ja gar nicht wollten sondern die Franzosen. Das ist aber wohl weder zutreffend noch haben die Franzosen wirklich bekommen was sie nach Zissis Papadimitriou und Karl Heinz Roth in „Die Katastrophe verhindern: Manifest für ein egalitäres Europa“ wollten. Dort schreibt Papadimitriou die Franzosen hätten eine sehr viel handlungsfähigere Europäische Zentralbank haben wollen, das hätten die Deutschen aber rausverhandelt. Genug „Freunde“ mit Nähe zum Atlas Netzwerk hatten sie ja, wie ich schon mehrfach aufgezeigt hatte. Denen scheint halt wirklich „Freiheit des Wirtschaftens und Verhandelns“ sogar wichtiger als Stabilität. Dazu passt auch, dass neben des Verbots von Zöllen als weiterer Hindernis-Grund für den Abbau des positiven Außenbeitrags bei Wikipedia auch genannt wird, dass solche Maßnahmen „jedoch geeignet seien, den Freihandel zu beschränken.“. Also Stabilität und Freihandel wären teilweise gegensätzliche Ziele. Das ist ja logisch. Unbeschränkte Freiheit heißt halt auch frei für zu wenig soziale, ökologische, Sicherheits- und Zukunftsorientierte Ergebnisse. Deshalb hatte Von Schmoller, Gründer des Vereins für Socialpolitik, ja auch gewarnt: „Nur der Inkonsequente und derjenige der die heutige Gesellschaft ruinieren will kann komplett freihändlerisch sein.“. Leider bin ich der Einzige der an diese Einsicht von ihm erinnert. Zumindest die meisten andern „Linken“, würde mich da durchaus konsequent dazuzählen, sind halt schon mit sozial und ökologisch überbeschäftigt oder haben ihre Gründe … .

Spannend ist auch, dass Kanzlerin Merkel 2010 Obamas Mahnung, keiner sollte (länger) einen positiven Außenbeitrag haben, genau mit diesem Verweis auf die Unverträglichkeit von Gegenmaßnahmen mit dem Freihandel zur Seite gewischt hatte. Die negative Tragweite dieser Aussage hätte ich damals aber noch nicht richtig einschätzen können und mitbekommen hatte ich die damals eh nicht richtig. Auch deshalb hatte ich Merkel in der Hoffnung auf ein hinreichend soziales, sicheres und stabiles Deutschland und Europa in und für die Welt trotzdem weiter gewählt.

Wobei man sagen muss, dass Deutschland zu Zeiten von Von Schmoller noch einen historischen gewachsenen Nachteil im Freimarkt gegenüber England hatte. Deshalb passt „ruinieren“ heute nicht mehr, zumindest unmittelbar, auf Deutschland selbst. Aber wie ein weißer Mann mal sagte: „Es kann einem nur gut gehen, wenn es auch den Nachbarn gut geht“. Also wenn man die, oder deren Nachbarn usw. „heute“ ruiniert, kann das auch schnell auf einen zurückschlagen.

Als letzte Maßnahme des Stabilitätsgesetzes von 1967 bliebe dann noch die Erhöhung der Löhne in der Exportwirtschaft. Das wäre eine Option. Nur wäre das eine Maßnahme welche eben die Arbeitsplätze in der Exportwirtschaft aus Stabilitätsgründen teilweise ins Ausland verlagern würde. Wenn auch für mehr Lohn für den Rest. Deren Mehrgehalt müsste man dann auf den Rest umverteilen. Dabei sind die deutschen Gewerkschaften aber auch nicht gerade hilfreich. Das ist halt auch nicht ihr Fachgebiet. Weniger Arbeit und mehr im nachhinein umverteilen. Da sehen die erstmal rot. Da braucht mal wohl noch viel Überzeugungsarbeit. So viel Konsequenz kann man da wohl auch nicht direkt erwarten. Oder, doch?

Wie auch immer.

Bleibt erst mal nur die Sache über die Übertragungsbilanz auszugleichen, zumindest soweit, dass es nicht zu unruhig wird und der Westen als ganzes nicht gegenüber dem Rest der Welt, vor allem China, sogar zurückfällt.

Nur wurde bei uns dermaßen viel gegen Transferzahlen getrommelt, dass das selbst schon zur eigenen Sicherheit, auf großen inkonsequenten Widerstand stößt.

Aber genau um solche freiwilligen Maßnahmen zur Stabilität der andern (EU-) Staaten soll es ja heute gehen.

Dann fangen wir mal an.

Zunächst mal sollte man da auf die jährlichen Netto Beiträge an die EU schauen: Die hätten 2021 bei 25 Milliarden gelegen. Bei einem Außenbeitrag für Deutschland von 191,6 Milliarden. Und die gesamte Entwicklungshilfe von Deutschland hätte bei 27 Milliarden gelegen, nach nur 11 Milliarden im Schnitt vor 2015. Immerhin mehr aber da bleibt also immer noch viel Raum für weitere „Stabilitätszahlungen“.

Deutschland lässt sich ja gerne als Euroretter feiern.

Also werfen wir mal einen Blick auf das, was wir 2008 bis 2012 geleistet haben als aus der internationalen Finanzkrise eine Schuldenkrise für einige Staaten wurde.

Die Schulden teilen wir in der EU ja erstmal genauso wenig wie die Gewinne durch den Freimarkt.

Wenn man bedenkt, dass schon Max Weber anmerkte, dass Deutschland einen natürlichen Vorteil durch seine Lage Mitten in Europa hätte und auch Keynes schon anmahnte die Wirtschaftskraft Deutschlands müsste allen in Europa nützen, bot die Schuldenkrise eine schöne Gelegenheit, die Wanderbewegung der Wirtschaftskraft durch den neuen gemeinsamen Markt auch noch teilweise mit gleicher Währung hin zu Deutschland mit seinen natürlichen Standortvorteilen und seinen Hartz 4 Reformen, als selbst verschuldet durch die Defizit-Staaten darstellen. Ihre Bürger hätten sich von billigen Krediten dazu verleiten lassen über ihre Verhältnisse zu leben. Zu viele Wochenend-Häuser im Süden gebaut, usw. Davon, dass Jobs wegen des neuen gemeinsamen Wirtschaftsraums wegvielen war keine Rede mehr in den großen Medien. Ebenso wenig, dass die Wohnungen eben vielleicht für diejenigen auch aus dem Ausland gebaut wurden, die dann in der Finanzkrise erstmal ihre überdurchschnittliche Kaufkraft einbüßten oder zur Sicherheit erstmal sparen wollten. Die dadurch weggefallenen Arbeitsplätze und Kreditrückzahlen konnten dann nicht mehr kompensiert werden und es kam zu persönlicher Verschuldung und Bankenüberschuldung und die Rettungsmaßnahmen führten zur höheren Staatsverschuldung zu hohen Zinsen. Die erst durch den damaligen EZB-Präsidenten Draghi mit seiner Anleihen-Aufkaufgarantie abgemildert wurde. Das und dass hinnehmen dieser Maßnahme durch Deutschland rettete den Euro und bewahrte den Süden damals vor dem Zusammenbruch, der mit Sicherheit auch bei uns zu „Unruhe“ geführt hätte. Der Europäische Finanzstabilisierungsfazilität EFSF und später der ESM hatten da nicht gereicht. Die Akzeptanz der „Rettung“ in Deutschland und Co. wurde wohl auch dadurch begünstigt, dass ein Rückzahlungsausfall der Schulden wohl eine weitere Bankenkrise wie die 2007 ausgelöst hätte.

Die „Rettung“ bedeute für den Süden aber herbe soziale Einschnitte und Austerität. Das komplette Abwandern der im neuen gemeinsamen freien Markt mit gleicher Währung nicht mehr wettbewerbsfähigen Teilen der Wirtschaftskraft (+ X -KeynesSchuldenFinanzierung lässt Grüßen-) konnte durch diese Schuldenkrise verschleiert werden. Quasi eine Schocktherapie wie im Osten nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nur waren diesmal nicht die vorherigen Kommunisten Schuld sondern die billigen Kredite.

Die 2te Krise wo Deutschland „gerettet“ hatte, war dann durch Corona verschuldet.

Da es hier um die gemeinsame Rettung der eigentlich wettbewerbsfähigen und auch für Deutschland wirtschaftlich nötigen Produktionsstätten und Arbeitskräfte ging und auch weil sonst größere Unruhen drohten waren sich diesmal alle schnell einig gemeinsame hinreichende Rettungs-Fonds aufzubauen. Ohne unmittelbare Austeritätsmaßnahmen. Dies wurde nur als später noch nachholbar in den neuen Verträgen offen gelassen, m.E..
Und mit einem deutschen Finanzminister Lindner ist das wohl leider etwas zu sehr möglich wahrscheinlich. Oder Mit-Mittelnamen-Wolfgang?
Beziehungsweise wird in Italien von der Ministerpräsidentin Giorgia Meloni leider eventuell durch Maßnahmen wie das Abschaffen des italienischen Bürgergeldes ab 2024 schon freiwillig ausgeführt. Schade da hätte ich ihr zumindest für die ärmeren (ethnischen) Italiener mehr garantierten Einsatz zugetraut. Vielleicht ist auch die Liga Nord Schuld oder die Neo-Faschisten.

Wobei wir durch den Ukraine-Russland Krieg ja mit dem zumindest bis auf weiteres weiter zu erwartenden Wegfall des russischen Gases und den nötigen Maßnahmen gegen die Klima-Überhitzung ja wieder einen einmaligen Umstellungsbedarf der Wirtschaft haben. Auch den gilt es gemeinsam abzufedern. Aus „weniger“ sozialer Sicht zumindest soweit, dass es nicht durch Unruhen oder zurückfallen zu teuer wird.

Bleibt festzuhalten, dass Deutschland bisher über den Außenbeitrag, gegen die Zielvorgaben seiner eigenen Gesetze, mehr über den gemeinsamen Markt einkassiert hat als es durch „freiwillige Rettung“ wieder zurückgegeben hat. Bisher konnte ein Zusammenbrechen der EU zwar durch diese Freiwilligkeit zwar mehr oder weniger knapp und unter Zulassung von Elend in Europa zwar verhindert werden. Aber will Deutschland wirklich weiter gegen den 1967 gesetzlich verankerten „Rat“ verstoßen es zumindest schon aus Gründen der Stabilität nicht mit dem Leben auf Kosten des Außen, also vom Außenbeitrag, zu übertreiben? Beziehungsweise dies sogar gar nicht zu tun, allerdings es auch nicht zu lassen, dass jemand anders auf unsere Kosten, auf Kosten unserer Stabilität, Überschuss anhäuft.

Deshalb fordere ich: Rückkehr zum Staatsziel „Außenwirtschaftliches Gleichgewicht“ !!!

Und etablieren einer gemeinsamen fairen und nachhaltigen Verteilungsordnung in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum der fair alles beinhaltet was wir brauchen.