Offene Email an TaxMeNow- Initiative für Steuergerechtigkeit e.V.

Ihr könntet auch mal eine TaxOurAußenbeitragNow-Initiative starten. Nach dem Motto: Der Außenbeitrag gehört nach außen. Im internationalen Standortwettbewerb hat eben nicht jeder die gleichen Chancen. Lage und Größe machen hier einen als Nation geerbten Unterschied wie beim geerbten Vermögen. Deshalb ist das eigentlich ein gutes Thema für euch, da habt ihr schon Übung. Schon der Soziologe Max Weber schrieb in „Die Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“, dass die Verkehrswegelage einen natürlich Vorteil bietet. Und Deutschland liegt zwischen Arm im Osten und Reich im Westen. Billige Vorprodukte und Arbeiter sind zuerst bei uns. Und haben es näher zu den Abnehmern. Vor allem durch die gleiche Währung gilt: Wenn Italien in den USA Medikamente kauft, kann USA bei uns Autos kaufen. Da gibt es keinen Rückfluss-Mechanismus wie wenn jeder eine eigene Währung hätte. [Wobei auch mit verschiedenen Währungen der unfaire Vorteil bleibt] Das liefe solange bis Italien Pleite ist, oder per Target2-ZentralBankSchulden weiter Geld nach Italien gepumpt wird. Aber bevor Italien so Pleite ginge würden sie wohl unruhig werden. Als Reicher hat man wohl schon mehr Erfahrung darin es nicht zu übertreiben mit der Ungleichheit und dem Verelenden bis Sterben lassen. Die Mehrheit der deutschen Wähler aber mangels Reichtum nicht. Ein positiver Außenbeitrag heißt, dass man mehr als Gesellschaft vom internationalem Handel einnimmt als man braucht. Man hat also mehr als man braucht und jemand anders weniger. Und international auch in der EU gibt es keine gemeinsamen Sozialsysteme, die zumindest eine Grundsicherung bieten. Wenn es aber den Nachbarn zu sehr am wesentlichen fehlt und das auch noch durch einen unfairen Vorteil, werden die kaum ruhig bleiben. Das freut natürlich ein eher [Nachtrag: leider nachvollziehbar bis wohl gar durchaus zumindest nicht sicher genug zu unrecht :)] vor uns Europäern besorgtes Außen, wenn wir uns wieder gegenseitig bekriegen. Ich bin jetzt schon seit 2017 aktiv gegen unsere Außenbeitrags Begeisterung (wobei ein ausgeglichener Außenhandel interne Umverteilung voraussetzt damit alle zumindest genug haben.) Es wäre gut wenn da mal noch mehr aktiv werden würden. Man kann nicht gerade darauf stolz sein, dass das im Wahlkampf jetzt schon wieder keine Rolle spielt bisher da fast keiner hier was dagegen unternehmen möchte. Höchstens zu antimilitärische oder sonst zu stabilitätsprekäre Parteien vielleicht. 🙂

Offene Email an Christoph Butterwegge

Standortnationalismus und ihr Umverteilungs-Vortrag bei SDS

Hallo Herr Butterwege [Nachtrag: Ja, ... wegge],

nachdem ich sie für den 1.4.25 bei SDS entdeckt hatte, habe ich mir noch mal ihre Homepage angeschaut (von Ihnen gehört hatte ich schonmal -dann aber mit Büttighofer verwechselt oder so. :).

Vor allem das hier fand ich spannend: https://www.christophbutterwegge.de/texte/Standortnationalismus.pdf

Ich bin ja ja seit 2017 gegen Außenbeitragsanhäufung und später mit etwas mehr Wissen gegen Standortwettbewerb mit unfairem Vorteil öffentlich aktiv. Und seit 2019 auch um darauf aufmerksam zu machen, dass es ungut ist auch noch mit den Neoproprietären Beratern vollzuhängen beim Aussaugen der Nachbarn. Und Schmollers Zitat: "Nur der Inkonsequente und derjenige der die heutige Gesellschaft ruinieren will kann komplett freihändlerich sein." habe ich noch entdeckt 2020 Wobei ausgleichen statt ruinieren ja durchaus ein gutes Ziel sein kann. Für mehr sollten sich aber auch einige Entgleisungslinke aber nicht von Rechts-Außen einspannen lassen. 🙂

Beim Standortnationalismus gilt eben das gleiche wie für alles andere. Fair und hinreichend samt bis zum fairen Anteil ist auch national motiviertes verhalten gut. Wer nur an sich und die Familie denkt, den interessiert es nicht wenn aus seiner Region / seinem Land nicht alle zumindest fair-genug haben. Von dort aus ist eine Ausweitung auf die lokale Gruppe links begrüßenswert finde ich. Aber eben nur bis zum fairen Anteil und mit fairen moderaten Mitteln. Daher ist auch eine Standortwettbewerbsbefähigende Politik bis zu diesem Punkt links gut. Nur halt nicht für mehr.

Die Frage ist eben ab wann man Genug und gar fair viel hat.

Das ist eben das außenwirtschaftliche Gleichgewicht also ein Außenbeitrag von 0 im mittel, denke ich.

Und nicht der ausgeglichene Bundeshaushalt wie ich, abgelenkt durch den Berufseinstieg, von 2005 - 2016 seltsamerweise dachte.

So viel dazu. 🙂 Schön das sie mal in den Südwesten kommen. 🙂

Gruß,
Thomas Hinkelmann
rkslp.org